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Früher waren Strafkolonien
kaum mehr als Käfige, mit denen man Verbrecher von der Bevölkerung trennte. Im
23. Jahrhundert betrachtet die Föderation Rehabilitation als eine angemessener
Form von Strafe.
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Mitte des 23. Jahrhunderts revolutioniert Dr. Tristan Adams
die Rehabilitationsmethoden der Föderation. |
Die Vereinte Föderation der Planeten unterhält eine Reihe von
Strafeinrichtungen, um von Föderations-Gerichten verurteilte Kriminelle
aufzunehmen und zu rehabilitieren. Dieses System wird vom Zentralbüro für
Strafwesen in Stockholm, Schweden, geleitet, in dessen Verantwortungsbereich
auch Strafkolonien wie jene in Neuseeland und auf Jaros II gehören. Spezielle
Einrichtungen für geisteskranke Kriminelle, wie die Kolonie auf Tantalus V oder
eine Einrichtung auf Elba II, fallen ebenfalls in seine Zuständigkeit.
Die Föderation glaubt an die Idee, dass Kriminelle rehabilitiert
werden können, egal, was für ein Verbrechen sie auch begangen haben. In den
meisten Fällen erfolgt die Behandlung in Gestalt von Arbeits- und
Therapieprogrammen unter Aufsicht einer örtlichen Rehabilitationskommission; in
Fällen krankhafter Kriminalität werden auch Drogen und Neuralneutralisatoren
eingesetzt. Für diese Methoden leistet Dr. Tristan Adams im 23. Jahrhundert
Pionierarbeit. Adams ist der Meinung, dass eine anständige, saubere Umgebung den
Insassen eine gewisse Selbstachtung ermöglicht, die für eine erfolgreiche
Rehabilitation wesentlich ist. Adams erzielt im Laufe seiner 20-jährigen
Karriere große Erfolge, indem er die Lebensbedingungen in Strafkolonien
humanisiert; manche seiner Patienten werden sogar Assistenten und Therapeuten.
Trotz der Kontroverse um seinen Missbrauch von Dr. Simon Van Gelders
Neuralneutralisator auf Tantalus V bleiben Adams' Theorien die Grundlagen für
alle modernen Strafeinrichtungen. Den Erfolg der
Starfleet-Rehabilitationsprogramme unterstreicht eine geglückte
Wiedereingliederung der Insassen in die Gesellschaft. Die
Rehabilitationskommissionen beurteilen die Fortschritte der Straftäter, während
diese ihre Gefängnisstrafen absitzen, und sie helfen ihnen nach der Freilassung
bei der Resozialisierung. In manchen Fällen ist es sogar möglich, dass
Starfleet-Personal nach der Verbüßung der Gefängnisstrafe wieder in den aktiven
Dienst zurückkehrt. Inhaftierten Offizieren wurde auch die Freilassung unter der
Bedingung versprochen, dass sie an Spezialaufträgen teilnehmen.
2368 wird Fähnrich Ro Laren auf die Bitte Admiral Kennellys hin aus dem
Gefängnis auf Jaros II entlassen. Ro soll bei der Suche nach bajoranischen
Terroristen helfen, die die Interessen der Föderation gefährden. Tatsächlich
findet sie heraus, dass die Angreifer Cardassianer sind, die die Föderation in
einen Kampf gegen die Grenzkolonisten verwickeln wollen. In ähnlicher Weise
bittet Kathryn Janeway, Captain der U.S.S. Voyager NCC-74656, 2371, um die
Freilassung des früheren Maquis Thomas Eugene Paris aus der Strafkolonie in
Neuseeland — er soll ihr helfen Verstecke des Maquis ausfindig zu machen. Die
Sicherheit in den Strafkolonien der Föderation reicht von Fußfesseln, wie sie
von den Häftlingen der Einrichtung auf Neuseeland getragen werden, bis zu
planetaren Verteidigungsschilden. Solche Schirme verhindern das Beamen zwischen
Schiffen und Einrichtungen wie denen auf Tantalus V und Elba II. Tantalus V
liegt zudem tief im Inneren des Planeten; Fluchtversuche sind so von vornherein
zum Scheitern verurteilt. Auf Elba II sorgt die giftige Atmosphäre des Planeten
für einen ähnlich hohen Grad an Ausbruchssicherheit. Zusätzlich zu diesen
technischen Vorkehrungen müssen besuchende Schiffe ein strenges Protokoll
einhalten, wenn sie Kolonien besuchen.
Oft ist die Justiz anderswo in der Galaxis nicht so
fortschrittlich wie jene der Föderation. Im Delta-Quadranten haben die
Akritirianer ein drakonisches Rechtssystem. Abgeurteilte Verbrecher werden auf
orbitalen Hochsicherheitseinrichtungen eingesperrt. Es gibt keine Wachleute,
aber allen Delinquenten wird ein Gerät ins Gehirn eingepflanzt, das ihre
Aggression stimuliert. Häftlinge und Nahrung werden durch eine Rutsche in den
Hauptraum der Einrichtung gebracht, wo die bereits Inhaftierten mit den
Neuankömmlingen in einem tödlichen Überlebenskampf um die knappen Lebensmittel
konkurrieren müssen. 2373 werden Tom Paris und Fähnrich Harry Kim von der
akritirianischen Regierung zu Unrecht wegen eines Anschlags verurteilt und in
eine solche Einrichtung verfrachtet.
Mindestens zwei Spezies haben Erinnerungsimplantate
entwickelt, um verurteilte Verbrecher zu bestrafen. Im Delta-Quadranten benutzen
die Baneaner eine Methode, bei der die letzten Erinnerungen eines Mordopfers in
den Geist des Mörders implantiert und dort immer wieder abgespielt werden. Nach
seiner Verurteilung wird der Mörder dann dazu gezwungen, die letzten Sekunden im
Leben seines Opfers für den Rest seiner Tage alle 14 Stunden nachzuerleben. 2371
wird Tom Paris zum unschuldigen Opfer dieser Bestrafungsmethode. Die Argrathi
des Garnma-Quadranten benutzen ebenfalls Erinnerungsimplantate: Verurteilte
Verbrecher werden einer komplexen Computersimulation unterzogen, die ihnen
innerhalb weniger Stunden Erinnerungen an eine lange Gefängnisstrafe
implantiert. Chief Miles O'Brien von Deep Space Nine wird 2372 der Spionage
bezichtigt und zu dieser Strafe verurteilt. Als der Chief wieder der Starfleet
übergeben wird, ist das Implantat eines traumatischen 20-jährigen
Gefängnisaufenthalts bereits fester Bestandteil seiner Erinnerungen. Die
Föderation verhängt die Todesstrafe sehr selten, aber andere Spezies zeigen da
weniger Gnade. Klingonen, Cardassianer und Romulaner scheuen nicht davor zurück,
verurteilte Verbrecher zu exekutieren.
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