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Erstkontakt-Verfahren haben
für die Vereinte Föderation der Planeten höchste Priorität. Während sie
beobachtet, ob und wann eine Prä-Warp- Welt für die interstellare Gemeinschaft
reif Wird, muss sie darauf achten, dass die natürliche Entwicklung dieser
Gesellschaft nicht gestört wird.
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Der Unsichtbare
Starfleet-Beobachter verbergen ihre Präsenz oft, indem sie Tarnanzüge
tragen. |
In einer Galaxis, die von bewohnbaren
Welten und Lebensformen nur s
so wimmelt, ist die Entwicklung interstellarer Zivilisationen
so gut wie sicher. Schon oft konnte die Vereinte Föderation der Planeten die
Evolution von Spezies mit Prä-Warpantriebstechnologien beobachten und stets
hoffte man, dass sie eines Tages Mitglieder der interstellaren Gemeinde werden.
Die Erste Allgemeine Order der Starfleet, bekannt auch als Erste Direktive,
besagt, dass kein Starfleet-Offizier und kein Föderations-Bürger in die
natürliche Entwicklung einer fremden Gesellschaft eingreifen darf. Trotz
gelegentlicher Fehler ist diese Order die wichtigste Barriere gegen kulturelle
Kontamination.
Wenn eine fremde Zivilisation die Evolutionsstufe erreicht, auf
der sie Warpantriebstechnologie entwickeln könnte – was die Aufnahme in die
interstellare Gemeinschaft ermöglichen würde –, beginnt die Föderation diese
Kulturen zu beobachten. In manchen Fällen ist es nötig, die Spezies heimlich zu
studieren, um sie genauer kennen zu lernen. Daher richtet die Starfleet manchmal
getarnte Beobachtungsstationen auf fremden Welten ein. Das Kontaktteam wird oft
chirurgisch verändert, damit es sich die jeweilige Gesellschaft einfügen kann.
Manchmal arbeitet man auch von einem Raumschiff im Orbit aus, das durch
Störfelder vor Sensorenerfassung geschützt ist. Oder es kommt eine getarnte
Einrichtung auf der Oberfläche des Planeten zum Einsatz, die von manchen
„Hochsitz" genannt wird — ein Ausdruck, den man von den getarnten Anlagen
übernommen hat, die früher auf der Erde benutzt wurden, um heimische Tiere zu
beobachten. In den meisten Fällen ist der „Hochsitz" durch holographische
Generatoren getarnt, die ein Landschaftsbild über den Ort projizieren, sodass er
sich in die Umgebung einfügt. Manchmal benutzen Beobachter auch spezielle
Tarnanzüge, die ähnlich funktionieren wie die Tarnvorrichtung eines Raumschiffs.
So ein System kommt z. B. bei Beobachtungsmissionen auf Mintaka III und der
Ba'ku-Koloniewelt zum Einsatz.
Vor der ersten Begegnung beobachten Kontaktteams besondere Individuen wie
Wissenschaftler oder politische Führer, die empfänglich für das Konzept anderer
Welten und der Föderation sind. Wenn die Zeit reif ist, werden diese
kontaktiert. Die Situation des Erstkontakts ist immer sehr schwielig: Die zu
abrupte Ankunft einer vergleichsweise fortgeschrittenen und überlegenen
Zivilisation kann zu einer Katastrophe führen: Völker, die sich die Existenz von
Fremdwesen aus dem Universum noch nicht vorstellen können, reagieren manchmal
negativ, fremdenfeindlich und panisch. Noch schlimmer ist die Situation, wenn
die Entwicklungsstufe der fraglichen Spezies noch weit vor der Warptechnologie
oder sogar einfacheren Entdeckungen liegt. Primitive präindustrielle Völker
glauben oft noch an mystische Kräfte und gottähnliche Wesen, jede moderne
Technik muss ihnen wie Magie erscheinen. Ausrüstungsgegenstände der Starfleet
wie Kommunikatoren Phaser, Transporter und holographische Projektorer werden
möglicherweise als das Werk einer göttlichen Kraft betrachtet. Die Idee hinter
der Ersten Direktive ist schon älter als die Föderation. Das momentan gültige
Erstkontakt-Protokoll der Starfleet wurde von dem berühmten Captain McCullough
aus-gearbeitet. Verschiedene Starfleet-Schiffe waren an Erstkontakt-Situationen
beteiligt; einige bedeutende Missionen fanden unter dem Kommando Captain
Jean-Luc Picards von der U.S.S. Enterprise NCC-1701-D statt.
2366 ist Picard in eine Erstkontakt-Situation auf Mintaka III
involviert, die beinahe mit einer Katastrophe endet. Ein Hochsitz, der eine
Kolonie primitiver Proto-Vulkanier beobachtet, wird enttarnt. Zwei von Picards
Führungsoffizieren werden daraufhin chirurgisch umoperiert und auf den Planeten
geschickt. Die Mintakaner, die sich auf dem Entwicklungsstand der irdischen
Bronzezeit befinden und noch an Mythen glauben, halten Picard für den Behüter –
einen ihrer Götter –, da er die modernste Technologie einsetzt. Die Crew der
Enterprise kann das Problem lösen, aber ein ähnliches Dilemma 2370 endet nicht
so glücklich: Picard hat Vorbehalte gegen den Versuch, eine Gruppe
mittelalterlicher Dorfbewohner vor der Zerstörung von Boraal II zu retten. Seine
Bedenken bestätigen sich, als ein Eingeborener namens Vorin mit der überlegenen
Wissenschaft der Föderation konfrontiert wird und sich das Leben nimmt. Ein
typischerer, aber nicht weniger gefährlicher Erstkontakt findet 2367 auf Malcor
III statt. Die malcorianische Wissenschaftlerin Mirasta Yale steht kurz davor,
den Warpantrieb zu entwickeln, aber soziale Unruhen machen einen Kontakt
problematisch. Nach einem heimlichen Treffen zwischen Captain Picard und den
malcorianischen Führern beschließen Yales Vorgesetzte schließlich die
Entwicklung der Technik zu bremsen, damit ihre Gesellschaft reifen kann. Yale
selbst verlässt mit der Enterprise ihren Planeten, um die Galaxis zu erforschen,
wie sie es immer wollte. Es ist visionären Personen wie ihr zu verdanken, dass
die meisten Erstkontakt-Situationen der Föderation erfolgreich sind.
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