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Die Kultur auf Ferenginar ist alt, patriarchalisch und von festen
Traditionen geprägt. Die Ferengi-Gesellschaft dreht sich einzig um die
Erzielung von Profit, der von den Ferengi zutiefst verehrt wird.
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Der Große
Nagus wacht über die Geschäfte der Ferengi und damit den Dreh- und
Angelpunkt der Ferengi-Kultur. Tradition und Profit sind also
dasselbe. |
Um Ferengi-Traditionen aus
erster Hand zu erleben muss man die Heimatwelt der Ferengi, Ferenginar,
besuchen. Das typische Ferengi-Haus ist weitläufig und kuppelförmig,
wodurch es an irdische Iglus erinnert. Der Zugang zum Gebäude erfolgt
durch einen niedrigen Eingang, der keine Tür aufweist. Neben dem Eingang
liegen Handtücher bereit um sich den Kopf Trockenzuwischen; außerdem
steht dort ein Kästchen für das Eintrittsgeld der Gäste. Wenn man ein
Ferengi-Haus betritt, sagt der Gastgeber: „Willkommen in unserem
Zuhause. Bestätigen Sie bitte die Verzichtserklärung per Fingerabdruck
und werfen Sie das Eintrittsgeld in das Kästchen an der Tür." Dann legt
er die Handgelenke aneinander, hält die Hände auseinander und sagt:
„Denken Sie daran: Mein Haus ist mein Haus." Der Gast sollte erwidern:
„So wie alles, was sich darin befindet."
Die Ferengi-Gesellschaft
ist patriarchalisch. Seit Jahr-hunderten wurden Frauen als
persönliches Eigentum behandelt, sie haben weder wirtschaftliche
noch gesellschaftliche Rechte. Sie werden ver- und gekauft, ohne
dass auf ihre eigenen Wünsche Rücksicht genommen wird. Nach der
Hochzeit verlassen sie Ferenginar praktisch nie – geschweige denn
ihr Heim. Bis vor kurzem war es Frauen gesetzlich verboten, Kleidung
zu besitzen oder gar zu tragen. Frauen dienten nur dem Vergnügen
ihres Eigentümers, zudem kauten sie ihrem Ehemann und ihren Söhnen
das Essen vor. Doch auf Ferenginar beginnt ein neuer Wind zu wehen.
Der Kontakt mit der Föderation hat sich für das Ferengi-Patriarchat
als höchst subversiv erwiesen. Einige Ferengi-Frauen stellen sich
nun gegen die tausendjährige Tradition. Sie wagen es, sich in der
Öffentlichkeit bekleidet zu zeigen. Der gegenwärtige Führer, der
Große Nagus Zek, hat sich überraschend hinter sie gestellt. Wenige
Ferengi heiraten aus Liebe, und diejenigen, die es tun, werden von
ihresgleichen für sehr unglücklich gehalten. Einem verliebten
männlichen Ferengi wird nachgesagt, ihm mangele es an der Stärke,
seine Frau zu disziplinieren. Die Ferengi-Hochzeitszeremonie ist
sehr auf die Männer ausgerichtet und besteht aus Latinum-Tänzen und
Brautauktionen; die Braut ist die ganze Zeit über nackt. Die
Zeremonie selbst ist recht schlicht und eher als geschäftlicher
Vertrag denn als gesellschaftliche Beziehung anzusehen.
Ferengi-Frauen soll man sehen, aber nicht hören können, sogar bei
ihrer eigenen Hochzeit. Das ist eine lange Tradition, doch einige
Ferengi, wie beispielsweise Rom, neigen zu liberaleren Ansichten,
wenn ihre Partnerin einer anderen Spezies angehört.
Die Familienstruktur der Ferengi ist einfach: Vater,
Mutter, Kinder. Großeltern und Cousins leben nicht im gleichen Haushalt.
Überraschenderweise bringen Kin-der ihrer Mutter großen Respekt
entgegen. Quark zum Beispiel schickt jährlich Geld an seine Mutter Ishka,
für die er und Rom einen Kosenamen haben: Moogie. Die Brüder haben
früher oft darüber geklagt, dass andere Kinder sich geringschätzig über
ihre unkonventionelle Mutter äußerten. Das zeigt, dass sogar Kinder sich
der Traditionen sehr bewusst sind. Sogar erwachsene Ferengi-Söhne
kuscheln gern mit der Mutter, indem sie den Kopf in ihren Schoß legen
oder die Nase mit ihr aneinander reiben.
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2369
stirbt der Ferengi-Wissenschaftler Dr. Reyga unter mysteriösen
Umständen auf der U.S.S. ENTERPRISE NCC-1701-D. Dr. Beverly
Crusher verstößt gegen Ferengi-Traditionen und nimmt eine
Autopsie vor um die Todesursache festzustellen. |
Die Todesrituale der Ferengi
bestimmen sehr genau, wie mit der Ferengi-Seele nach dem Tod umzugehen
ist. Eine Autopsie ist strengstens verboten, da man befürchtet, dass
dabei der Leichnam beschädigt wird. Der muss unversehrt
bleiben, damit die
Überreste scheibenweise vakuumverpackt werden können. Sie werden dann an
der ,
Ferengi-Warenterminbörse
verkauft, wobei man auf einen stattlichen Gewinn
hofft. Ein Ferengi kann sogar tot noch ein gutes Geschäft machen.
Die Ferengi glauben an zwei
Dinge, die ihnen nach dem Tod passieren können: entweder die
Göttliche Schatzkammer, die aus reinem Latinum besteht. Hier lassen
der Gesegnete Finanzminister und die Himmlischen Auktionatoren den
Toten für sein neues Leben bieten. Wenn man das Pech hatte zu
sterben, bevor ein Geschäft Profit abwarf, dann kommt man in die
Gruft der Ewigen Armut. Ferengi-Eltern drohen ihren Kindern oft mit
der Gruft, wenn diese ungezogen waren – allerdings gilt es auf
Ferenginar als ungezogen, wenn jemand seine Spielkameraden nicht
betrügt. |